Dokument poznańskiego rozejmu polsko- pomorskiego z 1409 r. w kontekście „Wielkiej Wojny”

Joachim Zdrenka

Abstrakt

Die Urkunde des Posener polnisch-pommerschen Waffenstillstands von 1409 im Kontext des „Großen Kriegs”

Angesichts des nahenden Kriegs (1409–1411) strebten sowohl Polen als auch der Deutsche Orden danach, ihre Beziehungen mit den Herzögen von Westpommern zu regulieren, und diese mit Staatsverträgen an sich zu binden. Beide Seiten waren bestrebt, die Herzöge mit Darlehen, Handelsprivilegien usw. für sich zu gewinnen. Vor dem 14. Juni 1409 trafen in Stargard die Vertreter der drei herzoglichen Linien zusammen, die versuchten, gemeinsame Schritte zu unternehmen, und Abgesandte sowohl nach Krakau als auch nach Marienburg schickten. In diesem Kontext ist die im Nachfolgenden veröffentlichte Urkunde des Herzogs Świętobór I. von Stettin zu betrachten, die auch im Namen des Herzogs Bogusław VIII. von Stolp ausgestellt wurde. Der Stettiner Herzog kam nach Posen unmittelbar nach dem Treffen in Stargard, wahrscheinlich mit der Aufgabe, die aktuelle Lage auszuloten, die Chancen Polens im nahenden Konflikt einzuschätzen, und die Option Pommerns weiterhin offen zu halten. Eine solche Haltung der pommerschen Herzöge hatte zweifellos zur Folge, dass weder die polnische noch die Deutschordens-Seite absolut sicher sein durfte, für wen sich die Herzöge letztendlich aussprechen würden. Der Aufenthalt des pommerschen Herzogs in Posen wurde in Marienburg mit größter Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen, und trug zur erneuten Öffnung der Ordens-Schatzkammer für die pommerschen Herzöge bei. Unmittelbar nach seinem Besuch in Posen begab sich Świątobór nach Marienburg. Hier traf er den Herzog Warcisław II. von Wolgast, der offen auf die Ordens-Seite überging und am 28. Juli ein antipolnisches Bündnis schloss, wofür er abermals ein Darlehen erhielt. Als der Stettiner Herzog Marienburg verließ, war der Entschluss, Polen den Krieg zu erklären, schon gefasst. Die Herzöge von Wolgast und Stettin traten in diesem Krieg als Anhänger und Verbündete des Deutschen Ordens auf. Der Herzog von Stolp Bogusław VIII. betrieb dagegen bis zum Ende die Politik des Abwartens und stellte sich erst dann auf die polnische Seite, als der Sieger praktisch bekannt war.