Überblick über die Geschichte, den gegenwärtigen Stand und die Zukunftsperspektiven der etymologischen Forschung des Saamischen (Lappischen) in Finnland

Kirsti Aapala,

Eino Koponen,

Klaas Ruppel

Abstrakt

In Lapponia, einem Werk, das 1673 von dem deutschstämmigen und in Schweden wirkenden Gelehrten Johannes Schefferus herausgegeben wurde, ist ein ganzes Kapitel der saamischen Sprache gewidmet. Das Werk kann als der Ausgangspunkt der Erforschung der Saamen (Lappen), ihrer Geschichte, ihres Ursprungs und ihrer Sprache angesehen werden. Zunächst setzt sich Schefferus mit den Auffassungen seiner Vorgänger und Zeitgenossen auseinander und kommt dann zu dem – auch dem heutigen Forschungsstand entsprechenden – Schluss, dass die Sprache der Saamen, soweit man von den von außen eingebrachten Wörtern absieht und nur die aus den ursprünglichen Erbwörtern bestehende Sprache berücksichtigt, weder eine Mischung von Latein, Deutsch, Schwedisch u.Ä. noch eine eigenartige von allen anderen abgesonderte Sprache sei, sondern ein alter Spross der finnischen Sprache, der auch den Finnen selbst wegen der altertümlichen Formen schwer verständlich ist. Als Beweismaterial führt Schefferus ca. 30 saamisch-finnische Wortvergleichungen an, die größtenteils (u.a. jieka ~ jää ‘Eis’, albmi ~ silmä ‘Auge’, luossa ~ lohi ‘Lachs’) immer noch als richtig gelten.